Mit Harry Potter auf Du und Du(rham)

Ich bin ein Kind der Harry Potter-Generation – ich bin dem nerdigen, seltsamen Zauberer älter und größer, aber vermutlich nicht reifer geworden. Wenn ich schon mal in dem Land bin, in dem der Film gedreht wurde, da muss ich mir ja auch die Drehorte ansehen, das geht ja gar nicht anders. Zu meinem Glück gibt es unter meinen Freunden richtige Harry Potter Fanatiker, die sofort dabei sind und mit mir England erkunden.

Unser erster Ausflug ging nach Durham, eine kleine „Stadt“ nicht unweit von Newcastle. Dort gibt es einen Fluss, namens Wear, eine Universität, eine Altstadt, ein Fish and Chips Restaurant, eine Kathedrale, ein Schloss und einen Bahnhof an dem wir Sonntagmorgens angekommen sind. Unsere Zugfahrt war kurz und amüsant. Wir Mädels (Katharina und Christina aus Deutschland, Jenna aus New Jersey und ich) haben uns köstlich amüsiert. Tom (Brite)  war zuerst ein bisschen peinlich berührt, da wir, in der Shhhh-Zone = Ruhezone, wie die Hühner geschnattert haben. Da wir auf touristischer Mission waren, haben wir alle unsere Kameras im Gepäck und zögerten auch nicht diese bei jeder Gelegenheit zu benutzen.

Unser Trip war ungeplant und unorganisiert, wir wussten nur, dass wir am Sonntag um 9:30 mit dem Zug losfahren würden, und das reichte uns auch schon. In der „Stadt“ machten wir uns auf einen Erkundungstrip und suchten unseren Weg, den Hügel hinauf zum Schloss und zur riesigen Kathedrale. Die Universität von Durham liegt teilweise im Schloss und wird nach Oxford und Cambridge gegründet – eine sehr ehrwürdige alte Uni, die auch zu den Top-Unis der Welt gehört (was das Internet so alles weiß … ). Da wir sehen wollten, wie es sich hier so studiert, sind wir unerlaubterweise in den Schlossinnenhof gegangen. Ja, schon recht dekadent so von außen betrachtet. Danach ging es weiter in die Kathedrale, in der Gerade eine Sonntagsmesse stattfand, und ich wurde vom Chor nur so überwältigt. Diese Stimmen, diese Harmonie – beeindruckend. Ich stand für zehn Minuten einfach nur so da und hörten den Liedern zu, die sehr eindrucksvoll und zugleich berührend waren. Aber eigentlich wollten wir wegen etwas ganz anderem in die Kathedrale, und zwar wegen dem Kreuzgang, in dem Teile von Harry Potter gedreht wurden. Für mich war es jetzt nicht solo beeindruckend, da ich so etwas ja aus Österreich kenne und es das auch an meiner alten Schule gegeben hat. Trotzdem wurde drauf los fotografiert als würde es kein Morgen geben. Nach einer gefühlten Stunde haben wir einen Spaziergang durch die umliegende Landschaft gemacht und suchten uns einen Coffeeshop um uns wieder aufzuwärmen.  Danach wanderten wir durch die schmalen Gassen, aßen Chips (der dazugehörige Fish war uns zu teuer) und genossen die Zeit.

Es ist erstaunlich, wie viele verschiedene Menschen man hier trifft und sieht. Großbritannien ist ein wirklich buntes und multikulturelles Land, das aber mit landschaftlicher Schönheit und Einzigartigkeit überzeugen kann. Die nächsten Trips sind schon gebucht und geplant! Mittlerweile bin ich der festen Überzeugung, dass es die richtige Entscheidung war, hierher zu kommen auch wenn es manchmal schwer fällt das zu glauben. Reisen erweitert den Horizont, und irgendwie merke ich schon, dass mein kleiner, engstirniger Horizont mit jedem Tag wächst.

Cheerio …

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