I am-sterdam, am I?

IMG_6222Die Stadt der Grachten, im Land des Käses und der Tulpen und ich mitten drinnen. Weil uns England zu klein wurde, mussten wir raus. Doch wohin sollen wir und vor allem wie? Zu Fuß oder mit dem Rad? Zu anstrengend. Mit dem Auto oder dem Bus? Zu umkomfortabel. Mit dem Flieger – das kann doch ein jeder, unsere Reisegruppe ist mittlerweile anspruchsvoller geworden! Wir nehmen das Schiff und machen eine Mini-Kreuzfahrt! Auf zu neuen Ufern, von Newcastle nach Amsterdam! Christina, Jana, Jenna und ich machten uns Samstag Nachmittag auf den Weg zum Fährenhafen in Newcastle. 

Das sollte sich als erste Hürde herausstellen, da wir mit der Metro in die Nähe des Hafens gefahren sind, aber unseren Weg durch die Suburbs erst suchen mussten. Gar nicht so einfach wenn man die Straßen-Bezeichnung nicht auf Anhieb findet.
Da man uns ja mit einem guten Orientierungssinn und der Fähigkeit, Google Maps zu benutzen ausgestattet hat, haben wir unser Boot auch noch rechtzeitig gefunden. Jeder Seemann würde mir jetzt vermutlich eine auf den Deckel geben, da unser Wassergefährt ein ausgewachsenes Schiff war!

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Ich war völlig unvorbereitet auf meine Seereise – ich hatte keine Tabletten gegen Seekrankheit! Oha, werden sich jetzt vermutlich einige denken! Naja, mein Magen ist so einiges gewohnt, jeder der schon mal mit mir mitgefahren ist weiß das und außerdem bin ich achterbahnerprobt, da sollte also nichts schief gehen! Unsere Kabine war am untersten Passagierdeck, und schnuckelig klein für 4 Personen. Doch wir hatten ein Fenster, durch das man aufs Meer schauen konnte! Stehend, zu viert in unserer Unterkunft war es schwer sich zu bewegen – unser Motto war da Gänsemarsch und Bauch einziehen.

Als wir über die Tyne den Hafen verließen ging es natürlich rauf an Deck um die Aussicht und die Sonnenstrahlen zu genießen. So zu reisen hat schon was … sehr mondän, vorausgesetzt die hunderten Möwen in der Luft haben ihre Darmtätigkeit unter Kontrolle! Als wir dann auf hoher See waren erkundeten wir erstmals das Schiff … es gab ein Kino, unzählige Bars, Livemusik, einen Klub, Restaurants und ein Café, in dem wir uns, um günstige 4 € einen „vergoldeten“ Cappuccino und heißes Wasser aus dem Jungbrunnen, mit Teebeutel um günstige 3€ gönnten.

Bye Newcastle

Bye Newcastle

Nachdem wir enttäuscht feststellen mussten, dass das Kino ausgebucht war, zogen wir uns in die Kabine zurück und schälten uns in unsere Sardinenbüchsen bzw. Betten. Nach ein paar Stunden Girlietalk schliefen wir dann bei regenwaldähnlichen Temperaturen zu monotonem Motorengebrumme ein. (ein Wunder, dass es in unserer Kabine nicht zu regnen begonnen hat. Das Lüftungssystem hat uns ganz schön eingeheizt.) Nach einer anstrengenden Nacht, in der vier Mal eine Alarmanlage am Autodeck nebenan losgegangen ist, kamen wir um 10 Uhr im Hafen an!

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Hello Netherlands

Ein Bus brachte uns dann durch dass flache, radfahrerverseuchte Holland in die Hauptstadt. Nach einer Ansage des Busfahrers in gebrochenem Englisch (watch your watch – damit wir nicht den Bus zurück zum Schiff verpassten) wurden wir auf die Stadt losgelassen. Bepackt mit Rucksack ging es endlich los. Nach 2 Meter wurden wir schon fast vom ersten Radfahrer über den Haufen geschoben! Das Erste was wir lernen mussten, war die Tatsache, dass Radfahrer und Mopedfahrer in Amsterdam alle Rechte haben, dann kommen Autos, dann die restlichen Fahrzeuge und zum Schluss die Fußgänger! Unseren ersten Halt mussten wir bei Starbucks einlegen um unseren Koffeinhaushalt wieder auszugleichen und uns schnell mal ins Internet zu hängen – diese Jugend von heute. Danach ging die Erkundungstour auch schon los … viele kleine Straßen, viele Grachten, viele schiefe Häuser und sehr viel Charme.

In Amsterdam liegt etwas ganz Besonderes in der Luft, und dabei meine ich nicht, das, was aus den Coffee Shops heraus dringt, es ist der Spaß und die gute Stimmung, die hier fast zum angreifen erscheint. Man fühlt sich irgendwie voller Lebensfreude, wenn man hier durch die Straßen schlendert und die Leute und das Leben hier beobachtet.

IMG_6189Am Blumenmarkt kamen wir aus dem staunen kaum heraus, da man dort alle Arten von Tulpen aber auch viele andere Pflanzen bekommt. Hier machten wir auch unsere erste Bekanntschaft mit einem Energizer/Marihuana Shop. Völlig baff von der Tatsache, was hier so alles über den Ladentisch geht, machten wir uns auf, Amsterdam weiter zu erkunden. An jeder Straßenecke stieg einem dieser bestimmte Geruch in die Nase – hier gehört das anscheinend zum guten (Geruchs)Ton.Und da war er auch schon, der erste Coffeeshop! Nun sah ich es, dass es kein Mythos war, sondern Amsterdamer Realität. Doch ich sollte an diesem Tag noch lernen, dass die Realität hier anders aussieht als in den meisten anderen Städten.

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Beim „I amSterdam“ Schild haben wir eine kurze Fotosession eingelegt. Leider mussten wir feststellen, dass die kleinen Kids viel besser darin waren, auf die Buchstaben zu klettern als wir.
Vorbei an weiteren Coffeeshops machten wir uns auf den Weg in unser Hostel. Direkt am Dam Platz erwartete ich das Schlimmste. Für die Stiege in unser Nest wäre eine Kletterausrüstung von Vorteil gewesen. Als wir dann in unserer 10 Betten Suite angekommen waren, waren 5 der Betten schon belegt. Wer zu spät kommt, muss nehmen, was übrig bleibt! Danach ging es mit leichterem Gepäck weiter.

Ich und die Käsepresse

Durch die „9 Straßen“ hin, zum Anne Frank Haus, danach ins Käse Museum, das aus einem kleinen Raum mit einer Melkmaschine, einer Käsepresse und dem Foto einer Kuh bestand. In Amsterdam nimmt man es mit der Definition eines Museums nicht so ernst … hier ist bald mal eine Ansammlung von altem Zeug ein Museum! Danach ging es zum „Centralpark“. Auf dem Weg dort hin, habe ich Jenna circa fünf Mal das Leben gerettet, da sie ihre Leidenschaft für das Verbotene entdeckt hatte. Eine ihrer neuen Lieblingsbeschäftigungen dürfte das Überqueren von Fußgängerübergängen bei Rot sein. In Amsterdam waren es nicht nur die Autos, die ihr dabei zum Verhängnis wurden, sondern auch die „rücksichtslosen“ Radfahrer. Im Park herrschte ein reges Treiben. Eltern machten mit ihren Kindern einen Sonntagabend-Spaziergang, andere machten Sport und wir querten nur, da wir uns das Rijksmuseum und das Van-Gogh-Museum anschauen wollten, das auf der anderen Seite lag. Wir entschieden uns dann gegen einen Besuch der Museen, da wir dafür eine Bank hätten plündern müssen, und uns das dann doch zu gefährlich schien. Schließlich hatten wir noch immer kein Geld in Essen investiert.

Als wir dann wieder im Hostel ankamen, um unsere Dinnerpläne zu besprechen und unsere Beine kurz zu entlasten (Schuhe wurden nicht ausgezogen, da die Füße zu diesem Zeitpunkt einer natürlichen Kampfwaffe glichen) lernten wir unsere Zimmerkolleginnen kennen. Ein Mädel aus Nord-Irland, eines aus England, eines aus Neuseeland und zwei Mädels aus Chicago. Nach einer ersten kurzen Kennenlern-Runde, bei der es hauptsächlich ums Fortgehen und Partygewohnheiten ging, machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant, in dem wir alle problemlos essen konnten. Das war gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass Christina keinen Zucker und keine Laktose verträgt und Jenna Gluten intolerant ist. Wir sind dann in einem argentinischen Steakhaus gelandet. Ich war die Einzige, die sich an ein richtiges Steak herangetraut hat. Es war nicht das beste Steak, dass ich je hatte, es war aber auch keine Schuhsohle, jedoch war das ganze vermutlich eher als Kinderportion gedacht, sodass ich mir nach dem Essen ein Schoko-Vanille-Briochgebäck in der 24 Stunden Bäckerei holte. Die meisten Fastfood Läden, Bäckereien und Waffelläden haben hier 24 Stunden offen, was vermutlich mit den Coffeeshops und dem Nachtleben hier zu tun hat.

IMG_0141Wofür ist Amsterdam noch bekannt, abgesehen von viele berühmten Malern und zügellosem rauchen? Genau, für das Rotlichtviertel und seine leichten Mädchen! Obwohl wir vier brave, anständige Mädchen sind, mussten wir das auch gesehen haben. Die kleinen Gassen mit den rot beleuchteten Glastüren, hinter denen die Frauen auf Kundschaft warten, wirken wie die Schaufenster in Shoppingstraßen für gierige Männer. Man trifft hier hauptsächlich auf angetrunkene Touristen die eine gute Zeit verbringen wollen. Den einen oder anderen haben wir hinter einer der Türen verschwinden gesehen, doch der Großteil blieb beim Windowshopping und sparte das Geld für einen Coffeeshop-Besuch oder die überteuerten Getränke und Essen. Wenn du hier als Tourist überleben willst, musst du tief in die Tasche greifen, was für uns Studenten, mit kleinen, schlecht gefüllten Taschen ganz schön hart war!

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Nach einiger Zeit fühlten wir uns in dieser Gegend nicht mehr so wohl und beschlossen auf ein „Feierabend-Bier“ zu gehen. Wir hatten Glück und fanden eine kleine Privatbrauerei mit Bier-Pub, wo wir uns durchs hauseigene Bier kosteten. Nach diesen Kostproben muss ich sagen, dass holländisches Bier frauenfreundlich schmeckt … oder vielleicht hatte ich bei meiner Bierwahl einfach nur Glück, denn schließlich hatte mein Bierglas auch einen gewissen Girly-Touch! Einer unserer Freunde aus Newcastle war auch gerade in Amsterdam und wollte sich dann noch unbedingt mit uns in einem Coffeeshop treffen. Naja, wenn man schon einmal da ist, dann sollte man so etwas doch wenigstens von innen gesehen haben. Als wir dann durch die Türe traten, war sofort klar, dass das nichts für uns war und wir beschlossen den Abend in unserem Hostel entspannt, in schlafender Manier zu beenden. Nachdem wir noch unsere Geschichten mit den anderen fünf Mädels ausgetauscht haben, war es Zeit unsere Energiereserven wieder auf zu tanken.

Mehr von unserem Abenteuer in Amsterdam gibt es bald … nur hier!

Cheerio

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